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Studienfahrt des Katholischen Religionsunterrichts nach FFM

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Im Rahmen des Katholischen Religionsunterrichts , der sich z.Zt. mit dem Thema " Das Judentum" auseinandersetzt, besichtigten die SchülerInnen der Klassen G9a-c am Dienstag, dem 13.04.2010 das Jüdische Museum, das Museum Judengasse und den Alten Jüdischen Friedhof in Frankfurt/Main.


Julia Fritsch berichtet:

Als Erstes gingen wir in das Jüdische Museum, dort wurde uns von dem allgemeinen Leben der Juden erzählt, so wie es heute ist und wie es früher war. Unsere Führerin hat uns den Unterschied zwischen den orthodoxen Juden, den liberalen Juden und den Juden gezeigt, die neue Ströme in die alte Religion bringen (Rekonstruktionismus.) Der Unterschied besteht darin, dass die orthodoxen Juden genau nach den Vorschriften leben, dass sie die Feiertage so feiern, wie es ihnen gelehrt wird und dreimal täglich beten. Die liberalen Juden leben zwar auch noch nach der Lehre, aber sie verbinden die heutige Zeit, mit ihren alten Bräuchen, z.B schauen sie am Samstag dem jüdischen Sabbath auch mal Bundesliga o.ä. Die Juden, die das Judentum reformieren, machen vieles nicht mehr so wie die Orthodoxen, sie beten z.B durch ein Mikrofon, was für andere Juden auf keinen Fall in Frage käme.

Dann wurde uns erklärt, wie wichtig eine Thora für die Juden ist und das nur dort der Name ihres Gottes komplett ausgeschrieben wird. Eine Thora wird nie verbrannt oder weggeworfen, wenn sie alt ist, oder zu viele Fehler hat, wird sie auf einem Jüdischen Friedhof vergraben.

Man kann auch nicht einfach Jude werden, indem man sich z.B ‚taufen lässt‘; wenn die Mutter Jüdin ist, ist die Tochter automatisch auch Jüdin, ein Junge muss erst die ‚Brit Mila‘ also die Beschneidung durchstehen, die meist acht Tage nach der Geburt vorgenommen und gefeiert wird, bevor er zum Judentum gehört. Erwachsen werden die Mädchen mit 12, für sie wird ein großes Fest gefeiert. Bei den Jungen ist das ein wenig anders, sie müssen mit 13 Jahren einen Teil aus der Thora im Gottesdienst vorlesen, dann wird auch gefeiert, nun zählen sie als erwachsen und sind für ihr Handeln selbst zuständig. Die Thora wird im Rhythmus von einem Jahr gelesen, weshalb die Jungen auch wissen, welchen Teil sie lesen müssen, sie fangen meist ein Jahr zuvor an, sich darauf vorzubereiten.

Bei der Hochzeit ist es so, dass die Männer einen Vertrag unterschreiben müssen, in dem steht, dass im Falle einer Scheidung, sie für alle Kinder der Frau sorgen müssen. Die Zeremonie muss unter einem Dach (Baldachin) stattfinden, das steht für den Schutz. Der Mann steckt der Frau den Ehering nicht, wie bei uns, an den Ringfinger, sondern an den Zeigefinger und die Frau steckt ihn sich selbst an den Ringfinger. Im Judentum sind Zwangshochzeiten verboten. Die Eheleute werden auch nicht gefragt, ob sie heiraten wollen, denn man geht davon aus, dass wenn sie vor dem Altar stehen, sie heiraten wollen. Im Judentum ist die Scheidung erlaubt, sowohl von dem Mann als auch von der Frau.

Dann wurde uns noch etwas über den Davidstern, den siebenarmigen Leuchter (Menora ->der nie angezündet wird) und von den Jüdischen Festen erzählt.

Dann ging es in die Judengasse, bzw. in den Teil der ausgegraben wurde. Die Judengasse war ein umzäunter Teil in Frankfurt, in dem alle Juden wohnen mussten, egal ob reich oder reich, die in Frankfurt leben wollten. Da die Judengasse für 200 Juden vorgesehen war und bald über 2000 Leute darin lebten, war es dort sehr eng. Die Judengasse hatte aber ihre eigene Regierung und sie machten auch nicht alles, was die Regierung von Frankfurt und der Kaiser befohlen. Die Häuser waren teilweise nur drei Meter breit, aber dafür sehr hoch gebaut, in einem Haus lebte nicht eine Familie, sondern mehrere. An Feiertagen und der Kaiserkrönung durften die Juden nicht aus ihrer Gasse und wurden teilweise sogar eingeschlossen. Gingen sie trotzdem raus, gab es entweder Schläge oder hohe Geldstrafen. Viele Juden lebten von dem ‚Armengeld‘. Manche hatten kleine Läden in ihren Häusern. Zwar durften die Juden oft nicht raus, aber alle anderen Leute durften rein. Als Frankfurt bombardiert wurde und auch große Teile der Judengasse zerstört wurden oder wegbrannten, verteilten sie sich langsam über die ganze Stadt.

Als letztes sind wir auf den Friedhof gegangen, die Jungen mussten eine Kopfbedeckung (Kippah) tragen, da dies ein Jüdischer Brauch ist. Heute wird der Friedhof nicht mehr genutzt. Es ist auch kein Brauch, dass Gräber abgerissen werden, deshalb haben wir auch noch Grabsteine aus dem 13 Jahrhundert gesehen. Uns wurde erklärt, dass man auf jüdischen Friedhöfen nie Blumen findet, und theoretisch alle Grabsteine gleich aussehen sollten, denn nach dem Tod sind alle Menschen gleich und die lebenden sollen sich nicht an den Grabstädten erfreuen. Am Ende haben wir uns noch die Steine angeschaut, die für die Juden angebracht wurden, die im KZ während der Judenverfolgung gestorben sind. Wir haben auch eine Gedenktafel von Anne Frank gesucht, gefunden haben wir aber keinen.

Insgesamt war es ein sehr interessanter Tag und wir haben viel Neues über das Judentum gelernt.

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Yannick Berens berichtet:

Nachdem wir einen Rundgang durch Frankfurt beendet hatten, sind wir am Jüdischen Museum angekommen. Vorerst mussten wir uns einer, meiner Meinung nach recht nutzlosen, Kontrolle unterziehen und den Eintritt bezahlen.
Die Führung, in der uns die jüdischen Feiertage und Sitten vorgestellt wurden, war nur stellenweise interessant und weniger abwechslungsreich, da uns vieles schon aus dem Unterricht bekannt war. Außerdem war es schwer, der Führungsleiterin zuzuhören, da sie genuschelt hat.
Nach dieser Führung sind wir in die Judengasse gegangen, um die nächste Führung mitzumachen, in der wir erfuhren, dass eine Menge Juden auf kleinsten Platz lebten.
Bis auf die vielen Gedenksteine und den Friedhof, der natürlich auch die jüdischen Kopfbedeckungen (Kippa) einschließt, empfand ich diese Führung als trocken-informativ.
Auch wenn das Zuhören oft schwer fiel, denke ich dennoch, dass ich etwas gelernt habe. Letztendlich hat es sogar etwas Spaß gemacht.

Jan Hamburger schreibt:

Bei der Führung durch das Jüdische Museum waren viele Dinge dabei, die ich noch nicht über das Judentum wusste, z. B. dass die Thora nur von zehn Männern gelesen werden darf , dass Synagogen, anders als christliche Kirchen, keine Orte der Ruhe und Andächtigkeit sind, dass man nicht um die Verstorbenen trauern soll und dass die Juden ihre eigene Zeitrechnung haben.
Jude ist man nur, wenn die Mutter jüdischer Abstammung ist. Acht Tage nach der Geburt erfolgt bei Jungen die Beschneidung.
Im Alter von 12 Jahren werden die Mädchen volljährig, die Jungen erst mit dem 13. Geburtstag und ihrer ersten eigenen Lesung aus der Thora: der Bar Mitzva.
Die Heirat jüdischer Paare findet unter einem Baldachin statt, der die bevorstehende Gründung einer Familie symbolisiert. Es gibt seit Anbeginn des Judentums einen Heiratsvertrag, der vorschreibt, dass der Mann im Falle einer Scheidung, die im Judentum legitim ist, für jedes Kind, das er mit der Frau hat, sorgen muss.
Außerdem haben wir die Feiertage Pessach und Chanukka vorgestellt bekommen und die Bräuche des Sabbat besprochen.

... bei der Führung im Jüdischen Museum

... bei der Führung im Museum Judengasse


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